Kündigung des Reisevertrages

 
 

• Stornierung: Ein Rücktritt des Reisenden vor Reisebeginn (Storno) ist nach § 651 i BGB jederzeit möglich. Der Reiseveranstalter hat einen Anspruch auf eine angemessene Entschädigung (Stornoentschädigung zumeist in AGB geregelt).

• Rücktritt bei Preisänderung: Der Reisende kann nach § 651 a Abs. 5 Satz 2 BGB vom Reisevertrag zurücktreten oder eine gleichwertige Ersatzreise verlangen, wenn der Reiseveranstalter eine Preisänderung um mehr als 5% oder eine erhebliche Änderung der wesentlichen Reiseleistungen vornimmt.

• Kündigung wegen höherer Gewalt: Reiseveranstalter und Reisender haben nach § 651 j BGB ein Kündigungsrecht, sofern die Reise bei Vertragsschluss nicht vorhersehbarer höherer Gewalt (Naturkatastrophen, Kriege usw.) erheblich erschwert, gefährdet oder beeinträchtigt wird. Hinweise über Reisewarnungen aus politischen Gründen finden Sie auch unter www.auswaertigesamt.de

• Kündigung wegen Reisemangels: Bei einer erheblichen Beeinträchtigung der Reise und der Unzumutbarkeit der Fortsetzung der Reise kann der Reisevertrag nach erfolglosem Abhilfeverlangen mit Fristsetzung durch den Reisenden nach § 651 e BGB gekündigt werden. Die Kündigungserklärung hat gegenüber dem Reiseveranstalter oder der Reiseleitung zu erfolgen und ist an keine Form gebunden. Bei berechtigter Kündigung hat der Reisende einen Anspruch auf Rückzahlung des Reisepreises, sowie ein Recht auf unverzügliche Rückbeförderung (maximale Wartezeit 2 Tage).

Das Gesamtgewicht der Mängel (erhebliche Beeinträchtigung) muss im Landgerichtsbezirk Frankfurt a.M. Mängel mindestens 20% bzw. 50% nach der Rechtsprechung der Mehrzahl der Gericht in Deutschland betragen. Eine Kündigung des Reisevertrages wegen geringfügiger Mängel ist folglich ausgeschlossen. Auch eine Kündigung vor Reisebeginn kommt nach § 651 e BGB in Betracht, etwa bei Überbuchung und unzumutbarer Ersatzunterkunft.

 
 
 
   
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