Reiseprozess

 
 

• Hat der Reiseveranstalter berechtigte Ansprüche des Reisenden außergerichtlich abgelehnt, so verbleibt der Weg zum Gericht. Für die Entscheidung von Klagen im Bereich des Reiserechts ist die Zivilgerichtsbarkeit zuständig. Je nach Höhe des geltend gemachten Anspruches entscheiden die Amtsgerichte (bis 5.000,00 €) oder die Landgerichte (über 5.000,00 €) Streitigkeiten aus dem Reisevertrag in der 1. Instanz. Örtlich zuständig ist das Gericht des Wohnsitzes, Firmensitzes bzw. einer Niederlassung des Beklagten (§§ 13, 17, 21 ZPO), zumeist also der Sitz des Reiseveranstalters.

• Einzelne Bundesländer haben von der Möglichkeit der außergerichtlichen Streitschlichtung Gebrauch gemacht und so ist bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten vor dem Amtsgerichts bis 750 € ein außergerichtliches Güteverfahren vorgesehen (so etwa Baden Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen). Voraussetzung ist, dass beide Parteien im gleichen Gerichtsbezirk wohnen.

• Durch Erhebung einer Klage des Reisenden gegenüber dem Reiseveranstalter wird das gerichtliche Verfahren eingeleitet. Die Klagepartei hat ihren Anspruch zu beziffern, die Klage zu begründen und Beweismittel darzutun. Das gerichtliche Verfahren kann durch vergleichsweise Regelung oder Urteil enden. Da hinsichtlich der Bewertung eines Mangels eine Vielzahl von einzelnen Aspekten zu berücksichtigen sind, variieren die Entscheidungen der Gerichte hinsichtlich Minderungs- und Schadensersatzsprüche sehr stark. Die Vertretung durch einen mit dem Reiserecht vertrauten Rechtsanwalt erscheint angezeigt.

 
 
 
   
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