Reisevertagsrecht

 
 

• Das Recht der Reisevertrages umfasst die Pauschalreise - Gesamtheit von Reiseleistungen - und ist in den §§ 651 a – 651 m BGB geregelt. Die Pauschalreise setzt zumindest zwei einzelne Reiseleistungen (Beförderung und Unterkunft, Unterkunft und Kurs usw.) sowie deren vorherige Bündelung durch einen Reiseveranstalter voraus. Über isoliert angebotene Reiseleistungen wie etwa den Flug oder die Übernachtung informieren Sie sich zum Thema „Individualreise“.

• Vertragspartner des Reisenden bei der Pauschalreise ist der Reiseveranstalter (nicht der Reisevermittler/das Reisebüro). Der Reiseveranstalter erbringt die Reiseleistung in seiner Gesamtheit in eigener Verantwortung und ist ausschließlicher Vertragspartner des Reisenden. Er bedient sich zur Leistungserbringung sogenannter Leistungsträger (Beförderungsunternehmer, Hotelier, Fremdenführer usw.). Das Reisebüro vermittelt in der Regel lediglich zwischen Reisenden und Reiseveranstalter und ist daher nicht Vertragspartner der Reiseleistung. Ansprüche aus dem Reisevertrag sind folglich ausschließlich gegenüber dem Reiseveranstalter geltend zu machen (vertragliche Abweichung ggf. möglich).

• Der Inhalt des Reisevertrages und der Reiseleistung wird durch die Buchungsbestätigung und die Prospektangaben im Reisekatalog bestimmt. Ergänzende Zusicherungen haben nur dann Relevanz, wenn sie gegenüber dem Reisenden schriftlich erfolgen und vom Reiseveranstalter ausgehen. Anpreisungen des Reisebüros sind nur dann von Bedeutung, wenn sie in die schriftliche Buchungsbestätigung eingeflossen sind.

• Der Reisepreis ist grundsätzlich nach Vertragsende fällig, jedoch hat sich in der Praxis die Vorauskasse mit einer Anzahlung von 10 – 15% des Reisepreises gegen Ausgabe eines Sicherungsscheines (§ 651 k BGB) und Restzahlung ca. 2 – 3 Wochen vor Reisebeginn gegen Übergabe der qualifizierten Reiseunterlagen eingebürgert. Stornoklauseln sind in begrenztem Umfang zulässig. Beim Storno durch den Reisenden muss der Reiseveranstalter ersparte Aufwendungen oder Vergütungen durch anderweitige Verwendung der Reiseleistung erstatten (§ 651 i Abs. 2 BGB).

 
 
 
   
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